Dem SC Leimen gelang ein Auftakt nach Maß in die neue Spielzeit 26/27. Beim Heimspiel gegen die Schachfreunde aus Steinsfurt sprang am Ende ein erfreulicher 5,5:2,5-Sieg heraus, auch wenn die Höhe des Sieges auch Caissas Lächeln zu verdanken ist.
An Brett 4 einigte Bert Kölske sich mit seinem Gegner recht zügig friedlich: Ausgangs der Eröffnung war ein ausgeglichenes Endspiel entstanden, das das Weiterspielen nach einem unersprießlichen Unterfangen aussehen ließ; und dementsprechend unterließ man das.
An Brett 7 war unserem Senior Norbert Cimander mit den schwarzen Steinen nichts Zählbares vergönnt. Bei einer Abwicklung vergaß er einen geplanten Springerabtausch; dadurch wurde eine ganze Abtauschserie in Gang gesetzt, an deren Ende allerdings eine Minusqualität stand. Kompensation dafür war weit und breit nicht in Sicht, im Gegenteil hatte die schwarze Fassade einige Schönheitsfehler, sodass unser Kämpe die Streckung der Waffen einer weiteren Selbstkasteiung vorzog.
An Brett 2 durfte Jonathan Geiger (Ihr Berichterstatter) einen relativ raschen Weißsieg feiern. Bei der Bekämpfung eines weißen Springer auf d6 verfiel der Schwarzspieler auf einen taktischen Trick, der jedoch einen Haken hatte. Der Abtausch eines deckenden Läufers weihte einen Springer dem Untergang - der Kniff, den sich der Führer des dunklen Heeres ersonnen hatte, hätte eine effektvolle Erwiderung zugelassen, weswegen er sich auf eine Partie mit Minusfigur einließ, in der er allerdings nicht einmal einen Blumentopf zu gewinnen hoffen durfte.
An Brett 5 erwehrte sich Franz Müller erfolgreich der weißen Gewinnversuche. Im beginnenden Mittelspiel war er noch von einem langen weißfeldrigen Läufers in Nöte gebracht worden. Nur einen Turm gegen zwei Lichtfiguren nannte er sein eigen, doch nach dem Verschwinden eines Turmpaares wohnte der weiße Monarch etwas luftig und musste aus seiner zugigen Behausung ansehen, dass sich die Generäle seines Heeres ein wenig verheddert hatten; so konnte unser Mann in ein Dauerschach flüchten, das der Weiße lieber zuließ als ein Risiko für seine Königssicherheit einzugehen.
Für Heiterkeit sorgte Franz damit, als er in untiger Stellung mit der weißen Dame nach d1 zog, um Schach zu geben...
Am sechsten Brett debütierte Umut Gültekin für die Leimener Mannschaft und steuerte sogleich einen vollen Punkt bei. Mit den weißen Figuren musste er gegen einen soliden schwarzen Aufbau anlaufen; als der Schwarze sich (im Vertrauen darauf, dass die entstehenden Abtäusche ihm helfen würden) sich beim Übergang ins Endpsiel einen Tripelbauern anhängen ließ, neigte sich die Waage auf die Leimener Seite. Turm und Springer kombinierten die Jagd auf die wehrlosen Bauern mit Sticheleien gegen den schwarzen Herrscher; schließlich zappelte er in einem Mattnetz, den der Schwarze freilich nur unter weiterer Materialaufgabe hätte auftrennen können. Ein schöner Premierensieg!
An Brett 8 durfte Erik Rückemann nach der Eröffnung hoffnungsfroh auf die 64 Felder blicken: Die bessere Bauernstruktur und ein Freibauer gaben seiner Seite die Führung in der Partie. Die bessere Koordination im spätem Mittelspiel ermöglichte einen taktischen Schlag, der letztlich in eine Mehrqualität mündete. Nachdem Erik diese für ein gewonnens Bauernendspiel zurückgegeben hatte, war die Partie endgültig entschieden, auch wenn sich sein Widersacher es sich nicht nehmen ließ, seinen König noch gleich von zwei Königinnen umtanzen zu lassen, bis er schlaff und matt war.
Am Spitzenbrett war Peter Hildenbrand bereits früh einem Damentausch mit Schwarz nicht abgeneigt. Im folgenden Lavieren schälte sich ein komplexes Endspiel heraus, in dem unser Mann seine Hoffnungen auf einen Freibauern am Rand setzte. Nachdem er deswegen zunächst ein Remisangebot abschlägig beschieden hatte (um die Lage der Mannschaft war es optisch noch nicht so positiv bestellt) stellte er aber seine Gewinnversuche ein, als sich herausstellte, dass der halbe Punkt den Mannschaftserfolg absicherte. Wieder ein solider und mannschaftsdienlicher Auftritt von Peter.
Als letzte Partie endete die an Brett 3, wo David Gauthier nach der ersten Partiephase solide, wenngleich etwas gedrückt stand. Darum wurde er am Königsflügel aktiv und beorderte seine Infanterie nach vorne. Das resultierende Risiko, ein weißes Übergewicht im Zentrum, nahm er in Kauf und wurde spät belohnt. Als sich der Weiße etwas rabiat gegen ein schwarzes Ross zu wehren suchte und dadurch seine Königsstellung entblößte, schwärmten die schwarzen Figuren aus und brachten den unbedarften Monarchen in Schwierigkeiten, deren er nicht mehr Herr zu werden verstand. Ein für David nicht untypische Konterpartie!