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Spielbericht SC Neckargemünd - SC Leimen I 5:3

Eine Schlappe musste der zu siebt antretende SC Leimen in Neckargemünd hinnehmen.

An Brett 5 ging unserem Kämpen Patrick Maes eine Figur abhanden, als sein mit Schwarz spielender Gegner durch einen Abzug die weiße Dame entblößte; zwar konnte Patrick die Damen tauschen, doch dann hätte statt des direkten Zurückschlagens ein Zwischenschach eine Figur abgeholt. Aus dieser Zwickmühle gab es kein Entrinnen.

An Brett 7 hingegen glückte Matthias Schoder ein kraftvoller königsindischer Angriff: Die schwarzen Felder im gegnerischen Lager waren schwach, die weißen Streitkräfte offensiv positioniert, das schwarze Gegenspiel demgegenüber unterentwickelt. In einer ungewöhnlichen Transformation der Vorteile erwirkte der Positionsvorteil die gegnerische Zeitüberschreitung, bevor er auf dem Brett entscheidende Ausmaße annahm.

An Brett 6 baute sich Danny Rehl als Nachziehender in typischer Manier schwarzfeldrig auf und blickte auf eine solide Stellung, die jedoch etwas Risse bekam, als sein Widersacher, die Fesselung des e5-Bauern ausnutzend, einen Springer auf d4 zu platzieren imstande war, ihn von dort auf noch grüneren Auen weiden zu lassen. Danny suchte durch Verwicklungen am Königsflügel sich Kompensation zu beschaffen, doch letzten Endes gelang dem Weißen der Übergang in ein besseres Endspiel, das er in den vollen Punkt ummünzte.

An Brett 4 retournierte David Gauthier, ein Damenbauernspiel ließ beide Seiten sich beruhigt aufbauen. Als David Ehrgeiz entwickelte und mit b5 offensiv wurde, löste Weiß mit dxc5 die Spannung im Zentrum auf - überaschenderweise ließ sich dieser Bauer nicht einfach zurückholen: zunächst drohte eine Springergabel auf d7 und einem späterem Wiedernehmen kam der Vorstoß c6 zuvor. Zwar holte sich David den Bauern a2, doch der weiße Positionsvorteil schlug sich in einem Leichtfigurenendspiel wieder, das Weiß einen Bauern im Vorteil sah, den wiedergutzumachen für Schwarz nicht gelang.

An Brett 3 geriet Jonathan Geiger mit Weiß mit einer Nebenvariante gegen den Winawer-Franzosen direkt in eine unangenehme Lage; der Gegner beherrschte die e-Linie und das weiße Läuferpaar war keinesfalls angemessene Entschädigung für die größere schwarze Aktivität. Als schwarz nicht druckvoll genug agierte, konnte Weiß sich aus der Misere tauschen, ein remisliches Schwerfigurenendspiel war dem Schwarzen aber jetzt zu wenig, doch büßte er unangebrachte Aktivität mit einem nach vorne wandernden König, dessen missliche Lage, von Dame und Turm eingekesselt, die Partie zu weißen Gunsten entschied.

An Brett 2 geschah Wunderliches, als Andreas Reischmanns Wolga-Gambit zu einer Stellung mit größeren Ungleichgewichten führte. Kurz vor der Zeitkontrolle hatte Weiß eine Figur mehr - gegen zwei (Frei)bauern - aber beide Seiten mussten einer unsicheren Lage ihres Monarchen Rechnung tragen. Der schwarze König hatte wenig Schutzmannschaft um sich und der weißen Springeraktivität zu steuern, bereitete ihm große Sorgen; der weiße allerdings war durch verminte schwarze Felder und eng sich an ihn drückende Bauern in Atemnot gebracht. Letztlich gelang es keiner Partei, gewinnbringend seine Vorteile auszuspielen - Remis.

An Brett 1 baute sich Peter Hildenbrand mit dem Londoner Läufer gegen ein schwarzes Königsfianchetto auf, und erhielt auch aktives Spiel, doch auch sein Gegner hatte sich vernünftig aufgestellt und zeigte keine Schwäche. Schließlich verflachte das Spiel in ein Springerendspiel, in dem Peter das Risiko hochschraubte und vor Bauernopfern nicht zurückschreckte, um den Randbauern den Weg an den Horizont zu ermöglichen. Allein, auch hier hielt der Schwarze stand, und wiewohl es für unseres Mannes Kämpferherz spricht, selbst mit drei gegen drei Bauern noch ein vorzeitiges Remisangebot auszuschlagen, war einfach nichts mehr zu machen. Auch hier wurde der Punkt geteilt.