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1. Mannschaft [29.11.2016] (2)

29.11.16 (JG)
Spielbericht: SF Heidelberg - SC Leimen I 6:2 (Verbandsrunde)

Eine dicke und in dieser Höhe etwas überraschende Niederlage handelten sich die Akteure der ersten Mannschaft ein: Peter Hildenbrand konnte zwar am Spitzenbrett seine Serie ausbauen, indem er in einem trocken anmutenden Mittelspiel eine petite combinaison anbrachte, die dem Gegner eine ungünstige Bauernstruktur anhängte, was unserem Kämpen in Verbindung mit der Kontrolle über die einzige offene Linie ein überaus angenehmes Turmendspiel einbrachte, das er recht zügig in einen vollen Punkt umwandelte. Schön gespielt!

Leider unterlag an Brett 2 Jonathan Geiger trotz DWZ-Vorteilen. Er setzte auf ein riskantes Spiel und ließ einen Königsangriff zu, um am Damenflügel seine Stärken auszuspielen. In kritischer Stellung war ein Tempoverlust allerdings ausreichend, den weißen Angriff durchschlagen zu lassen. Schwindelversuche mit Minusfigur wurden souverän abgewehrt und so stand eine Leimener Null auf dem Spielbericht.

David Gauthier besserte an Brett 3 die Bilanz auf, indem er schon aus der Eröffnung den Gegner geradezu einschnürte: Ein weißer Springer auf e4 blickte gierig auf die unbewegliche schwarzfeldrige Bauernkette des Feindes und dessen weißfeldrige Schwächen. Dieser dauerhafte Vorteil ließ sich auch nicht durch versuchtes Gegenspiel am Königsflügel erschüttern und garantierte dem Anziehenden den vollen Punkt.

Über den Rest lege ich, auch weil ich nicht viel davon sehen konnte, lieber den Mantel des Schweigens...

29.11.16 (JG)
Spielbericht SC Leimen I - SV Walldorf I 2,5:1,5 (Bezirkspokal 3. Runde)

An Brett 3 brachte David Gauthier ein Damenbauernspiel aufs Brett, in dem sich zunächst beide Seiten harmonisch aufzustellen vermochten; dies änderte sich jedoch, als unser Kämpe mit einem überraschenden Läuferausfall Farbe ins Spiel brachte: sein Kontrahent sah sich genötigt, seine Palastbefestigung etwas zu lockern, und David scheute nicht davor zurück, sich energisch auf dieses gebotene Ziel sich zu konzentrieren. Und nachdem der feindliche Befehlshaber sich nicht dazu durchringen konnte, die weißen Streitkräfte mit einem Qualitätsopfer in Undordnung zu bringen, wurde er der Initiative nicht mehr Herr. Der schwarze Monarch musste eine unwürdige Flucht über das Schlachtfeld antreten, bis er schließlich auf g3 in Gefangenschaft geriet. 1:0 für uns.

Am ersten Brett wählte Peter Hildenbrand den gleichen schwarzen Aufbau, der ihn in der vorausgegangenen Verbandsrunde Erfolg brachte: Im Philidor verzichtete er auf die Rochade, spielte h6 und nahm mit g5 den weißen König aufs Korn. Als sein Gegner dagegen mit einem Springeropfer im Zentrum dem unrochierten dunklen König nachzustellen gedachte, entwickelte sich geradezu ein Erotikthriller, in dem die Damen getauscht wurden, und durch gegenseitige Fesselungen eine unerträgliche Spannung sich aufbaute. Peter gab die Figur zurück, worauf bald ein kompliziertes Turmendspiel entstand, in dem beide Seiten eine zerrüttete Bauernstruktur aufwiesen. Leider unterlief Peter ein Übersehen, wonach es der Walldorfer war, der diesen Punkt für sich verbuchte.

Am zweiten Brett sah sich Jonathan Geiger einer Aljechinverteidigung ausgesetzt. Weiß errichtete seine solide Bauernkette von a2 bis d5, worum die schwarzen Leichtfiguren aktive Posten einzunehmen bemüht waren. Letztlich war es ein typischer Fall von Struktur gegen Dynamik, und als die Damen vom Brett gegangen waren, und Weiß seine Bauern am Damenflügel in Bewegung zu setzen begann, erwies sich das weiße Läuferpaar endlich doch als Waffe. Dem Durchbruch mit c5 folgte ein Bauerngewinn und eine nicht ganz geradlinige, aber doch wenig gefährdete Umsetzung des Materialvorteils.

Am vierten Brett war es damit an Alexandra Seeger, den Mannschaftserfolg festzuzurren: In ihrem Franzosen hatte sie einen Isolani auf d5 in Kauf genommen, der besonderer Pflege bedurfte, und schließlich dünkte es ihr die beste Option, ihn fahren zu lassen und mit einem aktiven Turm auf der zweiten Reihe (die Damen waren schon einige Zeit neben das Spielfeld gesetzt worden) Kompensation zu suchen. Nachdem ihr Gegner einige ästhetische Möglichkeiten, fehlzugreifen und seinen lang rochierten König ins Fadenkreuz des schwarzen langschrittigen Läufers und mächtigen Turms geraten zu lassen, ausließ, verblieb er im Turmendspiel mit einem (Rand)mehrbauern. Gegen die aktive schwarze Stellung Gewinnversuche zu unternehmen, brach er etwas früh ab, ob der vorgerückten Stunde und im Irrglauben, ein Sieg seinerseits vermöchte den Gesamtsieg nicht zu sichern. Tatsächlich lag der DWZ-Vorteil aber um ein Minimum (0.75 Punket im DWZ-Durchschnitt) auf Leimener Seite, sodass ein 2:2 den Walldorfern das Weiterkommen beschert hätte... Aber: Remis und damit 2,5-1,5 für uns!